Einschulung - Zurückstellung von der Schule und vorzeitige Einschulung in Sachsen:

Einschulung und Einschulungsalter in Sachsen:

Unter Einschulung versteht man den Zeitpunkt, ab dem die Schulpflicht eines jeden Kindes beginnt.

Das Einschulungsalter wird in allen Bundesländern unterschiedlich geregelt:

  • In Sachsen müssen nach derzeitiger Rechtslage grundsätzlich alle Kinder in die Schule, die am 30.06. des laufenden Kalenderjahres das sechste Lebensjahr vollendet haben (§ 27 SchulG Sachsen).
  • Unter Berücksichtigung der Vorgaben der KMK-Konferenz haben zahlreiche Bundesländer demgegenüber das Einschulungsalter inzwischen nach vorne verlagert. So sind in zahlreichen Bundesländern inzwischen auch Kinder schulpflichtig, die teilweise erst am 31.12. des laufenden Kalenderjahres das 6. Lebensjahr vollenden.

Neben dem grundsätzlichen Einschulungszeitpunkt, gibt es noch Möglichkeiten der Zurückstellung von der Schule und auch der vorzeitigen Einschulung. Hierzu unter Berücksichtigung der wesentlichsten Aspekte nachfolgend:

Vorzeitige Einschulung in Sachsen:

Für die vorzeitige Einschulung gibt es in Sachsen 2 Möglichkeiten:

  • Die vorzeitige Einschulung für sogenannte Kann-Kinder (also solche, die bis zum 30.09. des laufenden Kalenderjahres das sechste Lebensjahr vollenden) erfolgt im Regelfall weitgehend unproblematisch. Die Eltern melden die Kinder in der Schule an. Die Schule hat dann allenfalls noch die Möglichkeiten die Kinder selbst zurückzustellen, was in der Praxis aber so gut wie nie geschieht.
  • Die vorzeitige Einschulung für Kinder, die noch jünger als Kann-Kinder sind (also solche, die erst nach dem 30.09. des laufenden Kalenderjahres das sechste Lebensjahr vollenden) hängt gem. § 27 Abs. 2 SchulG Sachsen von einer vorangehenden Schuleingangsprüfung ab. In der Praxis sind solche Fälle eher selten und werden von den Schulbehörden überwiegend wohlwollend geprüft, zumal in anderen Bundesländern solche Kinder teilweise bereits nach den gesetzlichen Vorgaben schulpflichtig wären.

Für weitergehende Informationen zur vorzeitigen Einschulung und für den Fall, daß es bei der vorzeitigen Einschulung - wider Erwarten - Schwierigkeiten geben sollte, kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Zurückstellung von der Schule in Sachsen:

Wesentlich problematischer stellen sich meist die Fälle der seitens der Eltern gewünschten Zurückstellung von der Schule in Sachsen dar.

Vorangestellt sei, daß es ein Irrglaube ist, daß das Elternrecht selbst über den Einschulungstermin entscheidet:

  • In allen Bundesländern ist es so, daß mit dem gesetzlich festgelegten Einschulungsalter die Schulpflicht beginnt und zwar unabhängig davon, ob dies dem Willen der Eltern entspricht oder nicht.
  • Die Eltern haben nur die Möglichkeit, die Zurückstellung von der Schule zu beantragen, wobei die Schulen freilich eine sehr restriktive Sichtweise hierzu verfolgen.

Was also tun, wenn eine Zurückstellung verweigert wird?

Die Verweigerung der Zurückstellung ist ein Verwaltungsakt, der durch Widerspruch angegriffen werden kann.

Da regelmäßig nicht zu erwarten ist, daß bis zum Schuljahresbeginn (positiv) über den Widerspruch entschieden ist, muß man immer die Möglichkeit eines Eilantrages vor dem Verwaltungsgericht als letzte Möglichkeit im Hinterkopf haben.

In jedem Fall gilt: Bevor es zeitlich knapp wird, sollten Sie rechtzeitig einen Anwalt konsultieren. Oftmals sind auch ergänzende Ermittlungen (wie Privatgutachten) notwendig, die dann kurzfristig (zumal während der Sommerferien) nur noch schwer zu beschaffen sind.

Für nähere Fragen zur Zurückstellung von der Schule kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Zurückstellungswunsch der Eltern und Antrag auf sonderpädagogischen Förderbedarf der Schule:

Nachfolgend sei noch auf einen weiteren, sehr relevanten Aspekt bei Zurückstellungsanträgen hingewiesen, den man immer im Hinterkopf haben sollte: Kommen nicht nur die Eltern, sondern auch die Schule zu dem Ergebnis, daß ein Kind noch nicht schultauglich ist, so besteht oftmals die Problematik, daß die Schule statt einer Zurückstellung von der Schule, das Kind gleich in eine Förderschule (=Sonderschule) "verfrachten" will.

Geschieht dies, ist höchste Vorsicht geboten:

  • Insbesondere sollte dieses Vorhaben bereits im Keim erstickt werden, bevor ein entsprechendes Verwaltungsverfahren auf Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs eingeleitet wird.
  • Wird ein Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderedarfs eingeleitet, kann dies faktisch zu erheblichen Nachteilen führen, da dann regelmäßig Vorbehalte von Regelschulen bestehen (auch bei der Schulwahl bzw. Anträgen auf Schulbezirkswechsel).
  • Solche Verwaltungsverfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs können zwar mit anwaltlicher Hilfe regelmäßig verzögert werden, aber zugleich hängt dann das parallele Verwaltungsverfahren zur Zurückstellung von der Schule in der Luft.

Sollte deshalb anläßlich der Einschulung von Förderschulen die Reden sein, sollte sofort gehandelt werden. Jeder Zeitverzug macht eine Lösung schwieriger.

Für nähere Informationen und rechtliche Unterstützung kontaktieren Sie mich bitte direkt.